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Hannes Androsch: "Der Terror des Status quo"
ein hochinteressantes interview mit hannes androsch im kurier: http://kurier.at/wirtschaft/1989636.php

Hannes Androsch im KURIER-Interview über die Krise, die Sünden der Vergangenheit und der Gegenwart sowie die Fehler der Sozialdemokratie.
Der Ex-Finanzminister schaut noch ernster als sonst. Die Krise ist noch lange nicht vorbei, die Wachstumsprognosen wurden gerade wieder gesenkt, der Wohlstandszuwachs ist auf Jahre verschoben. Und den Regierenden, sagt er, fehlt der Blick in die Zukunft.
KURIER: Herr Androsch, Bruno Kreisky haben ein paar Milliarden mehr Schulden weniger schlaflose Nächte bereitet als 100.000 Arbeitslose; jetzt haben wir in Folge der Finanzkrise viel mehr Schulden und rund 400.000 Arbeitslose - wie viele schlaflose Nächte muss uns das bereiten?
Hannes Androsch: Kreisky hat damals in der Situation recht gehabt, und die Verschuldung war vergleichsweise gering, die Arbeitslosigkeit ist nie über 60.000 gestiegen. Und die vom Staat aufgenommenen Mittel sind überwiegend in Investitionen für die Zukunft, in Infrastruktur und in Bildung geflossen. Es kommt vor allem darauf an, was man mit Krediten macht, ob man das aufgenommene Geld verkonsumiert oder vorausschauend investiert.
(anmerkung: das originalzitat lautete "100 millionen" und es handelte sich um schilling, sprich 7,27 millionen euro 8-) )
KURIER: Hat Österreich zur Bekämpfung der Krise das Richtige gemacht?
Hannes Androsch: Es ist zunächst gelungen, die Kernschmelze des Finanzsystems und der Banken zu verhindern und den Absturz der Realökonomie aufzufangen, auch wenn uns das viele Jahre an Wohlstandszuwachs gekostet hat und noch kosten wird. Von einem nachhaltigen und kräftigen Aufschwung sind wir noch weit entfernt. Das Ziel heißt jetzt Wachstum und Beschäftigung, das wiederum erfordert Qualifikation, Bildung, Innovation, Wissenschaft und Forschung. Denn ohne Wachstum kann die notwendige Budgetkonsolidierung nicht gelingen.
KURIER: Das Ziel klingt schön, aber die Realität heißt jetzt einmal Einsparen und höhere Steuern, und die großen Kostenbrocken wie Pensions- und Gesundheitssystem kommen erst.
Hannes Androsch: Das stimmt, und das alles passiert zudem noch vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft. Ab 2015 werden mehr Menschen aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden als wegen der schwachen Geburtenjahrgänge eintreten. Also haben wir nicht nur ein Pensionsversicherungsproblem, das sich drohend immer weiter aufbaut, sondern auch gravierende Probleme im Gesundheitswesen und auf dem Arbeitsmarkt mit einem Mangel an Fachpersonal. Das führt zu Zuwanderung mit dem Problem der Ausländerfeindlichkeit wegen teils ungenügender Integration.
KURIER: Das klingt schon weniger schön. Was also jetzt: Sparen und/oder Steuern?
Hannes Androsch: Das ist ein Spagat zwischen intelligenter und auf der Zeitachse mit Augenmaß einzuleitender Budgetkonsolidierung und einem wirtschaftlichen Impulsprogramm, das auf die Zielsetzungen der Agenda 2020 ausgerichtet ist: Also Stärkung der Wirtschaft durch Qualifikationen, Wissenschaft, Bildung und Innovationen. Ohne wirtschaftlichen Aufschwung wird die Budgetkonsolidierung nicht gelingen, und dann droht das angebrochene Jahrzehnt ein verlorenes zu werden. Jetzt rächt sich, dass wir 20, 25 Jahre gesündigt haben, quantitativ, als auch, was die Qualität der Staatsausgaben betrifft.
... usw. das interview ist wirklich lesenswert.
http://kurier.at/wirtschaft/1989636.php
naja, wirklich nett, dass er uns erwähnt, verstanden hat er uns offenbar nicht :D
wie ist es möglich, dass ein derart gescheiter mann nicht erkennt, dass das system "wachstum und beschäftigung" aufgrund der rationalisierung längst am ende ist? etwas, das jedes kind erkennen kann, das (in der dritten) die exponentialfunktion, vulgo zinseszinsrechnung gerlernt hat ???
mir fällt dafür nur eine mögliche erklärung ein:





usw. usf. ... wie hoch ist der preis für eine sozialdemokratische seele?
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Aktualisiert (Montag, den 29. März 2010 um 15:18 Uhr)


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